GSM mit GPRS und UMTS mit HSPA - Mobiler Datenzugang
Obwohl
die Mobilfunk-Technik und Massennutzung der Handys noch nicht älter
als 15 Jahre ist (vorher war die Technologie einfach zu teuer oder
war auch nicht verfügbar), wird heute schon lange nicht mehr
nur mit dem Handy telefoniert. Neben Kurznachrichten (SMS) spielen
heute vor allem die Datenübertragungen von Informationen vom
und zum Internet eine sehr wichtige Rolle. Die Abfrage von E-Mails
und dessen Beantwortung war erst der Anfang, heute werden Millionen
an Megabyte-Daten über Mobilfunknetze transferiert.
Bevor es allerdings soweit war, wurde der Endverbraucher mit verschiedenen
Mobilfunk-Standards konfrontiert, die zum größten Teil
auch heute noch zu finden sind. Das heute sehr weit verbreitete
GSM-Mobilfunk-Netz beispielsweise kann nur Datenraten von maximal
9,6 KBit/s übertragen. Immerhin reichen diese aus, um beispielsweise
Textnachrichten wie SMS aber auch Faxe zu übermitteln; in den
Anfängen der 1990er Jahre waren noch WAP-Dienste zu finden.
Schon bald aber mussten andere Standards zur Übertragung von
Daten her, wie beispielsweise "HSCSD" (High Speed Circuit
Switched Data). HSCSD arbeitet mit so genannten Zeitschlitzen (die
Daten werden zeitversetzt übertragen), doch HSCSD wurde überwiegend
nur von Vodafone und E-Plus unterstützt, wirklich viele Endgeräte
für diese Technologie gab es nicht.
Durchgesetzt hat sich GSM-GPRS (General Packet Radio Service) mit
theoretischen Übertragungsraten von bis zu 170 KBit/s, die
tatsächlichen Raten liegen allerdings bei etwa 40 bis 60 KBit/s.
Auf GSM-GPRS folgte EDGE. Auch bei EDGE handelt es sich lediglich
um Schmalband-Internet, immerhin mit Übertragungsraten von
zwischen 220 und 270 KBit/s.
Wirklich interessant wurde UMTS mit Datenübertragungsraten
von bis zu 384 KBit/s. UMTS jedoch wurde Anfang des neuen Jahrtausends
durch den Einkauf der UMTS-Lizenzen gehemmt, denn die in Deutschland
ansässigen Mobilfunk-Netzbetreiber hatten stolze 16 Milliarden
Euro für ihre jeweilige Lizenz zu bezahlen und als im Jahre
2003 die ersten UMTS-Signale auf den Geräten der Endverbraucher
übertragen werden konnten, entsprach die verfügbare Geschwindigkeit
schon lange nicht mehr den Bedürfnissen der Endverbraucher.
Zwischenzeitlich (Stand 2010) sind die UMTS-Netze auf HSPA aufgerüstet,
wenn E-Plus mit der Aufrüstung gerade erst angefangen hat.
T-Mobile und Vodafone versprechen über ihre UMTS-Netze immerhin
schon durchgängig Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 MBit/s,
an einigen Schlüsselstellen wie großen Bahnhöfen
oder auch Flughäfen sogar schon Geschwindigkeiten von bis zu
14,4 MBit/s. O2-Germany hat sein Netz durchgängig auf bis zu
3,6 MBit/s ausgebaut, E-Plus wie gesagt, bietet erst punktuell höhere
Geschwindigkeiten als 384 KBit/s.
Interessant sind in diesem Zusammenhang die Zusatzdienste auf den
Handys mit den Handy-Kameras. Diese Kameras nehmen nicht nur Bilder
oder auch Videos auf, sie helfen übers Internet auch, sich
den eigenen Standort anzeigen zu lassen, übersetzen aufgenommene
Texte in die eigene Landessprache oder geben anhand von aufgenommenen
historischen Bauten auch Informationen zu den historischen Hintergründen.
Bleibt nur abzuwarten, ab wann es die ersten Digital-Spiegelreflexkameras
für Handys gibt.
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