HSCSD - UMTS-Download von bis zu 14,4 KBit/s
HSCSD
steht für die Abkürzung "High Speed Circuit Switched
Data" und ist ein Standard zur Übertragung von Daten über
das GSM-Netz, ähnlich wie beispielsweise GPRS oder EDGE. Der
Grundgedanke bei HSCSD ist, durch die Bündelung von mehreren
Datenkanälen (Zeitschlitze), höhere Datenübertragungsraten
zu erreichen als beispielsweise GPRS.
HSCSD wurde in einer Zeit entwickelt als UMTS noch eine theoretische
Planungsgröße war. Pro Zeitschlitz können 14,4 KBit/s
übertragen werden; insgesamt kann man mit HSCSD acht Zeitschlitze
(also 8 x 14,4 KBit/s = 115,2 KBit/s) nutzen. Hierbei werden die
Daten zeitversetzt übertragen und dann wieder zusammengefügt.
Bei den acht Zeitschlitzen benötigt man allerdings zwei Antennen,
und zwar eine Antenne für den Datenempfang (Downlink) und eine
Antenne für das Senden der Daten (Uplink). Bei der bei den
Handys üblichen einzigen Antenne schaltet das Handy nach dem
Sendeimpuls auf Empfang um, braucht aber eine gewisse Zeit für
diese Anpassung. Dies bedeutet, tatsächlich können auf
diese Weise maximal vier Zeit- oder Kanalschlitze pro Antenne genutzt
werden, wobei die Zeitschlitze den jeweiligen Senderichtungen zugeordnet
werden können. Vodafone beispielsweise erlaubt lediglich eine
Datenbündelung im Verhältnis 2:2, während E-Plus
eine Datenbündelung von 3 (Downlink): 1 (Uplink) erlaubt.
Für diese Übertragungstechnik benötigt der Endkunde
entsprechend ausgestattete Geräte. Da sich in der Praxis allerdings
GSM-EDGE oder auch UMTS und UMTS-HSPA durchgesetzt haben, werden
immer weniger Endgeräte mit HSCSD-Technik hergestellt und HSCSD
verliert somit mehr und mehr an Bedeutung. Mit dem heutigen Stand
(2010) sind eigentlich nur noch einige industrielle Anwendungen
(wie Telemetrie - das Sammeln von Messdaten) mit HSCSD auf den deutschen
Markt zu finden.
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