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UMTS - Aus einem Milliardengrab wird ein beliebter Standard


UMTSUMTS steht für die Abkürzung "Universal Mobile Telecommunications System" und ist der Mobilfunk-Standard der so genannten dritten Generation "3G". Davor gab es die Mobilfunk-Standards der ersten Generation der analogen Mobilfunk-Technik mit den A, B und C-Netzen und der zweiten Generation der digitalen Mobilfunk-Technik GSM in den D- und E- Mobilfunknetzen.

Obwohl die Mobilfunktechnik der zweiten Generation erst Ende der 1980er Jahre entwickelt und 1992 in Deutschland eingeführt wurde, stand UMTS bereits Ende der 1990er Jahre zur Umsetzung bereit. Die für UMTS relevanten Frequenzen wurden in Deutschland im Jahre 2000 mit der Maßgabe versteigert, bis zum Jahre 2003 entsprechende UMTS-Netze in Betrieb zu nehmen.

Für diese Aufgabe erwarben insgesamt sechs Unternehmen Lizenzen, und zwar

- T-Mobile Deutschland GmbH
- Vodafone D2 GmbH
- ein Konsortium um E-Plus
- ein Konsortium um O2-Germany
- ein Konsortium um MobilCom und
- ein Konsortium um die spanische Telefonica und der finnischen Sonera.

Entsprechend der damaligen Euphorie um das Internet und die New Economy, zahlte jedes dieser Unternehmen alleine für die Lizenz die gigantische Summe von jeweils 16 Milliarden DM, also insgesamt 96 Milliarden DM oder anders gesagt, rund 50 Milliarden Euro. Mit dem Platzen der New Economy-Blase im Jahre 2001 erkannten zwei der Lizenz-Inhaber ihre Fehlinvestition und fingen erst gar nicht an, ihre Netze in Deutschland aufzubauen. Als erstes Unternehmen stiegen die spanische Telefonica sowie die finnische Sonera im Jahre 2002 aus dem Projekt aus, im Jahre 2003 dann auch MobilCom, weil sich der Mitinvestor France-Telecom zurückgezogen hatte.

Seither gibt es in Deutschland vier UMTS-Netze, die zwischenzeitlich sehr unterschiedlich ausgebaut sind. Die Anfangsinvestitionen der vier Lizenzinhaber war einfach zu hoch um dem Kunden günstige Tarife anbieten zu können. Aus der seit langer Zeit suggerierten Kommunikation übers Internet boomten lediglich die Kurzmitteilungen (SMS); das Internet im Bereich Mobilfunk blieb aussenvor. Abgesehen von der unterschiedlichen flächenmäßigen Verfügbarkeit von UMTS wurde relativ schnell erkannt, dass die über UMTS verfügbare Maximalgeschwindigkeit von bis zu 384 KBit/s bei weitem nicht ausreicht um die durchfließenden Daten zu verwalten. Aus diesen Gründen wurden die UMTS-Netze relativ schnell mit der so genannten HSPA-Technologie (High Speed Packet Access) aufgerüstet, jedoch sehr unterschiedlich. HSPA ermöglicht (ähnlich wie DSL) relativ hohe Übertragungsraten, in der letzten Ausbaustufe bis zu 28,8 MBit/s.

Eine flächendeckende Verfügbarkeit mit hohen UMTS-HSPA Datenraten liegt jedoch noch (Stand 05/2010) in weiter Ferne. T-Mobile bewirbt sein Netz mit einer durchgängigen Verfügbarkeit von bis zu 7,2 MBit/s, Vodafone mit ebenfalls 7,2 MBit/s, wobei dieses Netz durchgängig wohl 3,6 MBit/s bieten dürfte. O2-Germany hat sein UMTS-Netz ebenfalls mit bis zu 3,6 MBit/s ausgebaut. T-Mobile sowie Vodafone haben ihre UMTS-Netze punktuell bereits auf 14,4 bzw. 28,8 MBit/s ausgebaut, und zwar an großen Bahnhöfen oder an Flughäfen. Lediglich E-Plus fängt jetzt gerade erst an das UMTS-Netz auf HSPA aufzurüsten. Der Grund waren Sparmaßnahmen aus dem Jahre 2005, als E-Plus vom damals neuen Manager und Chef Michael Krammer aus einer großen Krise geführt wurde und er die Devise ausgab, nur noch in Technologien zu investieren, die sich bereits am Markt etabliert haben.

Zwischenzeitlich ist aus dem ursprünglichen Milliardengrab ein lukratives Geschäft geworden. Gigantische Datenmassen werden über UMTS-HSPA transferiert, und zwar nicht nur auf PDAs und Handhelds, sondern vor allem auf Smartphones und noch mehr auf Laptops bzw. Netbooks. Ein einfacher USB-Stick reicht heute vollkommen aus, um die mobile Datenverbindung zum Laptop herzustellen. Geboten werden Tages-Flatrates zum Preis von gerade einmal 1,50 Euro oder Monats-Flatrates um etwa 30,00 Euro.

Die Mobilfunk-Industrie und vor allem die Hersteller von mobilen Endgeräten haben sich komplett auf den Bedarf der Endkunden eingestellt und bieten heute hervorragende Geräte für den mobilen Internet-Zugang. Anstatt der schweren Laptops und Notebooks gibt es heute sehr leichte Netbooks oder auch eBooks; die umständlichen Handhelds oder PDAs werden mehr und mehr durch moderne Smartphones wie das Appel iPhone-Handy ersetzt. Es gibt heute sogar noch handlichere Geräte wie beispielsweise UMTS-Armbanduhren, allerdings dürfte der Einsatz aufgrund der geringen Größe entsprechend eingeschränkt sein.

Das weltweit erste UMTS-Uhrenhandy war übrigens ein LG Handy von LG Electronics. Die Uhr nennt sich "GD910" und wurde auf dem Mobile World Congress in Barcelona einem staunenden Publikum vorgestellt. Die Uhr mißt gerade einmal 61 x 39 x 13,9 Millimeter, ist spritzwassergeschützt und besitz ein speziell gehärtetes Display-Glas. Es kann als Quadband-Gerät nicht nur für alle gängigen GSM-Frequenzen eingesetzt werden, es hat zudem eine VGA-Kamera mit Videotelefonie. Das eigentliche TFT Touchscreen-Display mißt 1,4 Zoll in der Diagonale und kann 262.000 verschiedene Farben darstellen. Das Uhren-Handy ist nicht nur für UMTS ausgelegt, sondern auch für die schnelle Datenverbindung via HSDPA. Der Datenaustausch erfolgt über eine USB/Bluetooth-Schnittstelle.


 

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